Uwe Schulz

Die Banalität des Bösen

oder Der Abgrund des Abendlandes

Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus ist vorbei.

Und nun?

»Jede neue Generation, jedes neue Menschenwesen muss,
indem ihm bewusst wird, dass es zwischen eine unendliche Vergangenheit
und eine unendliche Zukunft hingestellt ist,
den Pfad des Denkens neu entdecken und mühsam bahnen.«

Hannah Arendt

Gelegenheit, in Ruhe zu betrachten, wie dieser Massenmord aus
der Mitte einer zivilisierten Gesellschaft heraus geschehen konnte.
Gelegenheit sich der Erkenntnis zu stellen, dass nicht Bestien, Perverse,
Ausgestoßene, sondern ganz durchschnittliche Menschen wie wir schuldig geworden sind.

Das Beispiel des Biedermanns, der zum Verbrecher wird, ist Adolf Eichmann,
geboren übrigens in Solingen, NRW. Hier habe ich ihn porträtiert.

»Ich bin in der Tat heute der Meinung, dass das Böse immer nur extrem ist,
aber niemals radikal, es hat keine Tiefe, auch keine Dämonie.
Es kann die ganze Welt vernichten,
gerade weil es wie ein Pilz an der Oberfläche weiterwuchert.
Tief aber und radikal ist immer nur das Gute.«

Hannah Arendt

 

WDR Historie

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